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TagungsberichtZum Wandel der Berufe im Gesundheitswesen: eine Tagung mit wenig tröstlichen Erkenntnissen – Tagungsbericht
Die SAMW setzt sich seit 1999 unter dem Titel «Zukunft Medizin Schweiz» intensiv mit den Zielen und Aufgaben der Medizin auseinander. Eines der Schwerpunktthemen war «Berufsbilder und Berufsidentitäten»; der im Herbst 2007 veröffentlichte Bericht «Zukünftige Berufsbilder von ÄrztInnen und Pflegenden in der ambulanten und klinischen Praxis» stiess auf einige Resonanz. Im Sinne einer gewissen Nachhaltigkeit (und weil der Bericht nichts von seiner Relevanz verloren hat) veranstaltete die SAMW in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) am 17. Juni 2009 in Bern die Tagung «Zum Wandel der Berufe im Gesundheitswesen: Aussensichten und Innensichten».
Über 100 TeilnehmerInnen, darunter zahlreiche Pflegende, hörten zu, wie ÄrztInnen und Pflegende die Änderungen und Herausforderungen schilderten, mit denen sie konfrontiert sind. Die Referate der Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen sollten dazu gleichzeitig eine Aussensicht liefern; allerdings enthielten diese wenig Tröstliches: «Die Ärzte sind nicht mehr vorrangig für die Entscheidung zuständig, wann und an wem sie ihr Wissen anwenden dürfen; dafür sind Deckelungspolitiker, Krankenkassenstatistiker und kaufmännische Direktoren von Krankenhäusern zuständig, und gerne auch der von der Werbung informierte Patient» (Prof. Paul Unschuld, Historiker und Sinologe aus Berlin). «Ärzteschaft und Pflege müssen sich darauf einstellen, dass sie zu ganz normalen Berufen werden wie andere Berufe auch» (Dr. Willy Oggier, Ökonom,Küsnacht). Und Prof. Ursula Streckeisen, Soziologin an der Universität Bern, ging davon aus, dass zwischen Ärzteschaft und Pflege eine Auseinandersetzung zu erwarten ist, «die durchaus ernste Züge annehmen kann». An der Tagung waren sich ReferentInnen und TeilnehmerInnen hingegen einig, dass eine optimale Gesundheitsversorgung nur durch eine enge Kooperation der zahlreichen Gesundheitsberufe in interprofessionellen Teams möglich ist, und dass gegenseitige Akzeptanz und Respektierung der spezifischen Kompetenzen eine wichtige Voraussetzung dafür sind. |
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