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AbstractDr. Katharina Bochsler, «Wie wir wurden, was wir sind – Die Evolution des Menschen», 22. Juli 2009 «Kontext», Schweizer Radio DRS 2
«Licht wird fallen auf den Ursprung des Menschen und seine Geschichte». Dies prophezeite Charles Darwin vor 150 Jahren in seinem legendären Werk «The Origin of Species». Tatsächlich ist es seither um einiges heller geworden, was unsere Entwicklungsgeschichte angeht. Zahlreiche neue Fossilien sind aufgetaucht, moderne technische Analysemethoden lassen uns immer differenziertere Geschichten aus fossilen Knochen und Zähnen unserer Vorfahren und Anverwandten lesen. Doch sind es bis heute lediglich 10'000 brauchbare Fossilien, die unsere enorme Neugier stillen können. Da ist also noch immer sehr viel Dunkelheit. Was sagen uns diese spärlichen Überbleibsel einer wohl über 6 Millionen Jahre langen Entwicklung? Welche Wege nahm unsere Evolution? Wie einzigartig ist sie? Wie einmalig sind wir? Was lenkte unsere Vorfahren? Was treibt uns heute an? Diesen Fragen geht die halbstündige Radio-Sendung „Wie wir wurden, was wir sind – die Evolution des Menschen“ nach. Viele der Antworten sind vorläufig. Doch eines ist gewiss: Die Entwicklung des modernen Menschen ist mehr als das Produkt einer im Tierreich einzigartigen Ausdifferenzierung des Gehirns. Der Mensch ist Mensch, weil er seine Eigenheiten in einem ständigen Wechselspiel von körperlicher und kultureller Evolution entwickelt hat. So ermöglichte wohl erst die Fähigkeit zur sozialen Kooperation die erfolgreiche Jagd. Diese wiederum lieferte jene Protein reiche Nahrung, die das Gehirn der Hominiden anwachsen liess. Die kognitive Kapazität nahm zu und immer komplexere soziale Strukturen wurden denk- und lebbar: Die eiszeitliche Grosswildjagd, die kooperative Kindererziehung, das steinzeitliche Flötenspiel, die altorientalischen Oktoberfeste, der mesopotamische Städtebau. Und heute? Heute ist der soziale Druck der wichtigste Evolutionstreiber des Menschen. Auch wenn der Mensch mit moderner Medizin seine Evolution selber in die Hand nehmen will, sind es gesellschaftliche Konventionen, die unser Partnerwahl beeinflussen. Die Gesellschaft, die Gruppe, die Familie machten und machen uns zu dem, was wir sind und dereinst sein werden – eingebettet in den Spielraum, den die Natur uns einräumt. |
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